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Etwas fürs Auge: Dieselkompressor DIKO 4/8

von • 29.1.2016 • Kategorie: ModelleTRUCKS & Details bestellen
• Ausgabe 02/2016

Keine DDR-Baustelle, auf der nicht mindestens eines dieser ohrenbetäubenden, trapezförmigen Monster zu finden war: Der Dieselkompressor DIKO 4/8. Vorrangig im ehemaligen sozialistischen Alltag ratterten deren Viertaktmotoren für die verschiedensten Verwendungszwecke. Da ich für einen Parcours eine Einfamilienhaus-Baustelle baute, gehörte natürlich auch ein solcher Dieselkompressor-Einachsanhänger ins Diorama, um das Gesamtbild abzurunden.


Ansicht von unten: Die Zugdeichsel wurde aus Messingdraht gelötet

Das Innenleben des Anhängers nimmt langsam Gestalt an. Die Zylinderköpfe bestehen aus einzelnen Polystyrol-Plättchen

Der Verteilerkasten darf nicht fehlen. Er wurde aus Polystyrol gefertigt

Auch unlackiert kann sich der DIKO bereits sehen lassen

Auch die Felgen wurden dem Original genau nachempfunden

Die Hammerschlag-Optik und die Lackierung des Innenlebens verleihen dem DIKO ein unverwechselbar rustikales Aussehen

 

Der Maßstab des Ganzen wurde auf 1:14 festgelegt, um den Anhänger auch mit den vorhandenen Zugmaschinen aus dieser Epoche kombinieren zu können. So passt er nun auch hinter einen ZT 300 mit Bauwagen oder einen H6Z. Meist jedoch fristet er sein Dasein auf der Baustelle und ist optisch natürlich auch schon etwas in die Jahre gekommen. Auf eine technische sowie akustische Funktion habe ich aus Platzgründen verzichtet.

Resteverwertung

Das Modell selbst entstand, wie gewohnt, aus PS-Platten von AFV und wurde mit Revell-Plastikkleber kraftschlüssig verbunden. Die Räder sind ebenfalls ein Überbleibsel des Ostens und stammen aus Resten meines Metallbaukastens. Eine Achse aus 4-Millimeter-Rundmaterial war schnell gefunden. Die Radzierblenden wurden dem Original nachempfunden und direkt auf die Außenseite der Felge geklebt. Die Zugdeichsel habe ich kurzerhand aus Messing zusammengelötet. Hier habe ich mich nicht hundertprozentig ans Original gehalten, ein paar Kompromisse mussten hier und da sein. Ein Kugelkopfhalter dient als Zugöse und ist, dank seiner 4mm-Bohrung, passend zum Carson-Zugmaul.

Aus den Resten des Deichselmaterials bog ich die hintere Aufnahme für den Druckluftschlauch. Der Aufbau selbst war relativ einfach zu realisieren, einzig das abnehmbare Dach mit seinen vier klappbaren Seitenelementen gestaltete sich etwas schwieriger. Eine Bestellung von Miniatur-Scharnieren bei Knupfer löste das „Problem“ dann aber ziemlich schnell. Diese wurden mit Stecknadeln fixiert und dann verklebt, die Stecknadelköpfe sehen nun aus wie Nietbolzen. Fazit: Funktion war gewährleistet und jede der vier Klappen ließ sich nun einzeln öffnen und erlaubte somit einen Blick in den Innenraum des Dieselkompressors.

Wo wir schon beim Innenraum wären. Ein Modellbauer wirft ja nichts weg, was sich hier wieder einmal bewährte. Also nutzte ich das Chassis eines 1:35er-Militärmodells in Rückenlage als Basis für die Motor-Kompressor-Einheit. Darauf setzte ich Reste diverser Gießäste als Verstrebungen und Andeutungsweise als Trägerrahmen. Diverse Kleinteile aus den verschiedensten Maßstäben und Bausätzen nutzte ich in Kombination mit einem 1:9er-Motorrad­motor als Details.

Detailliertes Innenleben

Die Zylinderköpfe entstanden jedoch wieder aus einzelnen Polystyrolplättchen. Ein alter Feuerwehrschlauch eines 1:24er HLF-Bausatzes diente mir als hitzebeständiges Abluftrohr. Jetzt fehlten noch die Steuereinheit, welche auch im zugeklappten Zustand durch ein Fenster in der Klappe sichtbar sein sollte, sowie eine Starterbatterie inklusive Kasten. Beides wurde ebenfalls händisch nachgefertigt. Ein paar Leitungen deutete ich mit verschiedenen Kabeln unterschiedlichster Querschnitte an und lackierte das Modell anschließend von innen und außen mit einem Pinsel. So entstand zum einen die etwas ungewöhnliche Hammerschlag-Optik sowie die diversen Versuche meinerseits, das Modell in gewisser Weise etwas verwittert darzustellen. Letztlich habe ich noch die typischen DDR-Rückleuchten aus einer roten transparenten Kappe eines Drucktasters und einer zylindrischen orange­farbenen LED nachgebildet. Auch hier wurde auf Funktion verzichtet, auch wenn eine Beleuchtung möglich wäre.

Da auf den Baustellen meist ein Engpass bei der Stromversorgung zu beklagen war, musste noch ein entsprechender Verteilerkasten her. Also wurden einige PS-Reste aus der Bastelkiste auf Maß geschnitten und in Form gebracht. Die Stellbügel entstanden aus Kupferdraht. Das Innenleben war dann wieder etwas detailverliebt. Hier kam mir die orange Farbe des ersten Bauwagens zupass, womit der Baustrom-Verteiler­kasten lackiert wurde. Die restlichen Kontraste lieferten die Revell-Töpfchen in den gängigen Farben. Natürlich lässt sich die Tür zum Baustromkasten auch öffnen, wenn man den Schlüssel fürs Vorhängeschloss besitzt. Letzteres ist ein alter Jumper einer uralten Grafikkarte. So konnte einigen alten Teilen einmal mehr neues Leben eingehaucht werden.